Behindertengerechte Bahnhöfe

Veröffentlicht am 11.03.2009 in Lokalpolitik

VorschaubildPARSBERG. Der Landtags-abgeordnete Reinhold Strobl (SPD) hat sich am Bahnhof Parsberg mit Bürgermeister Josef Bauer und den beiden SPD-Stadträten Josef Hierl und Franz Rödl zu einem Gespräch getroffen. Es ging um die Misere der behinderten Menschen, die keine Chance haben, das öffentliche Verkehrsmittel Eisenbahn in Richtung Nürnberg zu nutzen, da sie nicht an die Gleise zwei und drei kommen.

Es ging aber auch um über 2000 Schüler, die werktäglich zwei Mal ohne Aufsicht den Bahnbereich betreten. Und es ging um den desolaten Zustand vieler Bahnhöfe gleicher Größenordnung allgemein. Bürgermeister Josef Bauer bedauerte zunächst, dass kein Vertreter der Bahn dabei sein konnte; berichtete aber von einem Telefonat, das er mit dem Leiter Bahnhofsmanagement Nürnberg, Heribert Krichenbauer, geführt hat. Für Krichenbauer sei die Terminierung zu kurzfristig gewesen, habe dieser bedauert. Er kenne aber die prekäre Situation in Parsberg, dass behinderte Menschen, selbst solche mit Gehhilfen, wie Stadtrat Hierl einfügte, nicht durch die Unterführung an die Gleise zwei und drei kommen können. Parsberg sei aber nicht der einzige Bahnhof, habe Krichenbauer betont. In der langen Liste mit ähnlichen Problemen stehen weit größere Bahnhöfe an, die modernisiert werden müssten.

Die Beseitigung dieser Mängel am Bahnhof Parsberg ist seit langem ein Anliegen der SPD/Grüne-Fraktion des Stadtrates. Deshalb hat Josef Hierl auch MdL Reinhold Strobl zu Hilfe gerufen. Und Bauer zeigte sich sichtlich erfreut, dass sich die Politik um diese Dinge kümmert. Er fügte aber auch an, dass er nicht einsehe, dass man für Parsberg mit seinen mehr als 2000 Schülern sowie mehr als 1500 Pendlern und Fernreisenden nicht die Priorität der Modernisierung setzen wolle. "Wir als Stadt erledigen ja auch unseren Anteil daran. Wir haben Park&Ride-Parkplätze gebaut. Warum kann die Eisenbahn nicht das ihre tun, um Reisende sicher befördern zu können", fragte er.

Ebenso frustriert zeigte sich MdL Reinhold Strobl: "Ein Bahnhof ist nicht nur ein Vorzeigeobjekt für eine Stadt, sondern in besonderem Maße auch für die Bahn selbst". Der Abgeordnete betonte, dass man Druck machen müsse, denn es sei kein spezielles Problem Parsbergs, sondern eines der Bahn allgemein. "Ich bekomme manchmal Bauchschmerzen, wenn ich den Zustand bayerischer Bahnhöfe sehe", so Strobl. Man müsse bei der Bahn nachfragen, wie sie solche Dinge handhaben wolle. Man solle es nicht als Scherz auffassen, wenn er fordert, dass man ein Konjunkturpaket Eisenbahn schnüren sollte.

(Neumarkter Tagblatt von 11.03.2009)

 

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