Antwort Bay. Innenminister zum Bahnhof Parsberg

Veröffentlicht am 12.08.2016 in MdB und MdL

„Derzeit wird in meinem Haus ein Konzept über weitere Schritte zur Barrierefreiheit von Bayerns Bahnstationen vorbereitet, das auch den Bahnhof Parsberg betrachten wird.“  Das teilte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann nun in einem Brief an den SPD-Abgeordneten Reinhold Strobl (SPD) mit. Anlass zu der Anfrage von Strobl war ein Ortstermin, welchen der SPD-Vorsitzende Martin Beiderbeck organisiert hatte. Das Konzept, so heißt es in der Antwort, solle voraussichtlich im Sommer 2016 (!) vorliegen und auch eine Priorisierung notwendiger Maßnahmen erhalten. Zu diesem Zeitpunkt seien frühestens weitere Aussagen darüber möglich, wann der Umbau des Bahnhofs – gegebenenfalls in einem Nachfolgeprogramm zum „Bayern-Paket 2013-2018“ – umgesetzt werden könne. Aus dem Brief, in dem sich Herrmann bei Strobl auch für sein „Engagement für den örtlichen Bahnhof“ bedankt, geht außerdem noch folgendes hervor:

Die Fahrgastzählungen werden regelmäßig von den Eisenbahnverkehrsunternehmen durchgeführt und einmal jährlich an die DB Station & Service AG übermittelt. Laut der DB hat der Bahnhof Parsberg ein Reisendenaufkommen von über 1.000 Ein- und Aussteigern pro Tag. Derzeit werde der Bahnhof Parsberg im Rahmen einer bayernweiten Priorisierung im Hinblick auf ein mögliches weiteres Ausbauprogramm zur Barrierefreiheit bayerischer Bahnstationen ab 2019 betrachtet.

Zum Stunden-Takt hieß es in der Antwort, dass aktuell die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) einen Zweistundentakt (in der Hauptverkehrszeit Stundenrhythmus) als überlagerndes Express-System zur überall haltenden S-Bahn Nürnberg – Neumarkt und zur stündlichen agilis-Regionalzuglinie Neumarkt – Plattling bestellt. Als Unterwegshalte würden Neumarkt, Parsberg und Beratzhausen systematisch bedient. Die BEG prüfe, ob längerfristig das Expressangebot zwischen Nürnberg und Regensburg auf einen Stundentakt verdichtet werden könne. Für das Angebot im Schienenpersonenfernverkehr sei qua Grundgesetz der Bund zuständig.

Grundsätzlich sei anzumerken, dass die Attraktivität des Bahnnetzes insbesondere davon abhängig sei, dass Großstädte und Knotenpunkte des Bahnnetzes auf möglichst schnellem Weg erschlossen werden. In kleineren Städten wie z.B. Parsberg erfüllten Züge des Schienenpersonennahverkehrs Zubringerfunktion, hier zu den Fernverkehrsstandorten Regensburg und Nürnberg. Das Angebot hierfür sei sehr attraktiv. Ein etwaiger Fernverkehrshalt in Parsberg wäre zwar für Bewohner der Stadt und der Umgebung positiv. Unabhängig von Fragen der Einbindung in den Fahrplan hätte dies jedoch negative Auswirkungen auf das Bahnsystem in Bayern, weil Fernverkehrskunden eine Fahrzeitverlängerung hinzunehmen hätten. Deshalb bestünden auch keine Forderungen der Staatsregierung nach einem Fernverkehrshalt in Parsberg.

Interessant sind auch die Aussagen zu den Gepäckförderbändern. Diese würden an den Stationen der DB nicht mehr installiert, da sich diese aus technischer Sicht nicht bewährt hätten. Hier habe es oft Probleme durch die häufige Störanfälligkeit und missbräuchliche Nutzung gegeben. Auch mit dem nachträglichen Einbau von Fahrradschiebespuren habe die DB keine guten Erfahrungen gemacht. Diese würden ein Gefahrenpotenzial für seh- und gehbehinderte Menschen darstellen. „Nun hoffen wir auf das Konzept“ schließt Strobl.

Bei Interesse: Der Brief von Minister Joachim Herrmann an MdL Reinhold Strobl liegt uns vor. Schreiben Sie uns einfach über das Kontaktformular darauf an.

 

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